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Dienstag, 14. Februar 2017

Hafer (Avena sativa) für Nerven wie Drahtseile

Echter Hafer (Avena sativa) ist die Arzneipflanze des Jahres 2017

Der Hafer ist ein Rispengras; schon seit der Bronzezeit wurde er angebaut und davor lange Zeit wild gesammelt.

Die Arzneipflanze des Jahres 2017 war unseren Vorfahren ein treuer Begleiter. Der Hafer diente als Nahrung, Medizin, Baumaterial und war für Haus, Hof, Stall und Garten gut zu nutzen.

Der Hafer nach Hildegard von Bingen und Pastor Kneipp 

Laut Hildegard von Bingen bereitet die „beglückende Speise aus Hafer einen frohen Sinn und klaren Verstand“.

Der Wasserdoktor Pastor Kneipp verordnete zur Kräftigung gerne das Haberstrohbad oder die Haberstrohauflage bei Unterleibsschmerzen und den Haberstrohtee bei Nierenbeschwerden.

Alle Pflanzenteile des Hafers sind zu verwenden.
Wir betrachten uns heute den Grünen Hafer näher, das heißt, die Pflanze vor der Blüte und Ernte der Früchte.

Nerven wie Drahtseile

Die medizinische Bereitung des Grünen Hafers als Tinktur, Tee oder Saft ist seit alters her ein Mittel bei Erschöpfungszuständen und Nervenschwäche, neurologischen Erkrankungen, Schlaflosigkeit, geistiger Überarbeitung, sowie hilfreich bei einer Suchtentwöhnung.

Kein Wunder bei diesen Inhaltsstoffen* (siehe Tabelle unten), die neben anderen Wirkmechanismen vor allem auch für ein funktionierendes Nervenkostüm und Gehirn benötigt werden.

Hafersaft, Hafertee und Hafertinktur als Nerven-Tonikum 

Grüner Hafer Saft  
Frischen Grünen Hafer zerkleinern und entsaften.  Oder Pulver aus getrocknetem Grünen Hafer mit Wasser anrühren oder ins Smoothie geben.

Grüner Hafer Tee
2 gestr. EL Grünen Hafer (getr.) mit ½ Liter Wasser ansetzen, 10 Min. köcheln lassen, absieben. 2 - 3 Tassen tgl.

Grüner Hafer Tinktur  
4 EL Grünen Hafer (getr.) mit ½ Liter Wodka oder 50%igem Weingeist ansetzen.1-3 Wochen an einem warmen Ort ausziehen lassen, abfiltern, tropfenweise mit Wasser einnehmen.
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Und falls Nervenschwäche und Erschöpfungszustände hinter Ihnen liegen und Sie der Hafer stichtDann ruhig einmal die überschüssige Kraft in den Garten- und Ackerbau stecken.

Im nächsten Beitrag mehr zum Hafer als Heilpflanze. 

Eure Kräuterfrau 
(Hildegard Kita leitet eine Kräuterschule im Naturpark Hoher Vogelsberg. Sie bietet Ausbildungen in Phytotherapie an)

* Inhaltsstoffe und Wirkweise des Grünen Hafers

Inhaltsstoff
Einfluss auf:
Lecithin
Nervenzellen Nerventätigkeit, Bildung von Acetylcholin
Vitamin E
Konzentrationsfähigkeit
Phosphor
Aufnahmefähigkeit
Eisen
Geistesgegenwart, Wachheit
Zink
Hilft beim Aufbau von Serotonin
B-Vitamine
Nervenvitamine: Antrieb, Konzentration, Stimmung
Bor   
Regulierung Östrogenhaushalt – Kurzzeitgedächtnis
Biotin
Stimmung, Angstzustände, Depressionen
Kieselsäure
Licht-/Geräuschempfindlichkeit, Schreckhaftigkeit
Avenacoside
Leistungsfähigkeit. Aktivität
Jod
Antrieb, Stimmung, Konzentration
Phytohormone (Auxine)
Leistungsfähigkeit
Mangan
Neurotransmitter Muskeln/Motorik


Freitag, 16. Dezember 2016

Gegen den Winterblues - Wärmende Kräuter im Winter

Wärme, Licht und gute Nerven – wärmende Kräuter im Winter

Die Farben des Herbstes weichen denen des Winters.

Eben noch das raschelnde Laub und die Farbenexplosion des Herbstwaldes – 
dann schon glitzernde Eiskristalle an den Fenstern der Kräuterschule, von der Sonne in Szene gesetzt.

 

 

















Die Sonne lässt jede Jahreszeit in einem ganz besonderen Licht erscheinen.




Wenn wir sie an trüben Tagen, bei Graupel, Schneeverwehungen und Dunkelheit vermissen und es uns an innerer Wärme fehlt, erinnern wir uns an unsere Pflanzenfreunde.


Lindenblüten, Johanniskraut, Zimt, Ingwer, Thymian sind geeignete Helfer bei Winterblues, um Bilder von Licht, Sonne, Wärme vor unser inneres Auge zu zaubern.

Aber auch Bitterstoffdrogen vermögen inneres Feuer zu entfachen.



Wenn die Nerven aber blank liegen? Es hilft nichts: Raus ins Freie, unter der Schneedecke nach Vogelmiere* suchen und in den Speiseplan aufnehmen! Oder wir halten uns an Mutterkraut**, von dem Erstaunliches berichtet wird. 


Mit Kräutern Freude schenken – genauso einfach wie schwer, aber auf jeden Fall eine der wirklichen Chancen auf unserem Planeten.



Herzlichst, Ihre
Hildegard Kita




 * Vogelmiere

Vogelmiere ist tryptophanhaltig.
Tryptophan wird zur Bildung von Serotonin (Stimmungsregulierend) und Melatonin (Schlaf-Wach-Rhythmus) benötigt.

 * Mutterkraut

Mutterkraut ist schmerzstillend und krampflösend. Lauten neuen Forschungen kann Mutterkraut sogar Nervenfasern regenerieren und bei Neuropathien helfen.

Empfehlungen: 


Sonntag, 22. Dezember 2013

Schöne Weihnachten und viel frische Kraft für 2014!

Liebe Kräuterfrauen, Kräuterkundler und Naturfreunde,

Ich wünsche Euch allen friedliche Weihnachtstage, etwas Zeit für Euch und einen guten Jahresabschluss, ob nun alleine oder in der Familie.
Gestern fing die Winterzeit an; einstweilen ohne Eis und Schnee, und es wird wohl ein „grünes Weihnachten“.
Meine Kräuterschule im Schnee (2009)
Seit heute werden die Tage wieder länger, und wir können schon erahnen, dass die Vegetation bald wieder erwacht und sind froh, dass der Kreislauf der Natur wie ein endloses Uhrwerk funktioniert. 
Nach einer Auszeit im November/Dezember freue mich schon auf das kommende Jahr. Zusätzlich zu den bisherigen Kräuterkunde-Angeboten wird es dann eine Wurzelwerkstatt, einen Seifenworkshop, einen Kräuterkochkurs, Mitmachaktionen beim Planen und Gestalten von Apothekergarten, Hildegard (von Bingen)-Garten, Färbepflanzenbeete usw. geben. Auch ein „Ehemaligen-Treffen“ ist geplant
Näheres folgt in den nächsten Veröffentlichungen.
Nun wünsche ich Euch
schöne Weihnachten

und viel frische Kraft für 2014
Herzlichst

Eure Hildegard Kita

P.S.: Motto meines Blogs für 2014 ist übrigens die Arzneipflanze des Jahres: Der Spitzwegerich.

Freitag, 1. Februar 2013

Immunkraft im Winter: Die Hagebutte

Kräuterfrau Hildegard Kita stellt vor: Die Heckenrose (Hagebutte). 

Hagebutte - wie sie bei mir im Vogelsberg in Hessen wächst.
Hagebutte, wie sie bei mir im Vogelsberg wächst.
Die Heckenrose (Rosa Canina L.)), an deren zartrosa Blüten wir uns im Sommer erfreuen, bringt zum Spätherbst leuchtend rote, wunderschöne Scheinfrüchte hervor: die Hagebutten, die wir bis in den Winter hinein ernten können. Dekorativ heben sie sich von tief verschneiter, weißer Landschaft ab.

Die Urwüchsigkeit dieses Rosenstrauches lässt richtig vermuten: Die Früchte der Hundsrose kurbeln die körpereigene Abwehrkraft an und gehören zu den Vitamin C haltigen Pflanzen, die als Tee sehr gut bei grippalen Infekten und Gliederschmerzen helfen. 


Wirksamkeit der Hagebutte

Einige Forschungen beschäftigen sich damit, die Wirksamkeit von Hagebuttenpulver bei Arthrose zu verifizieren, und schon Dr. Bach machte mit seiner Blütenessenz, die er aus den Heckenrosenblüten bereitete (Wild Rose), die beste Erfahrung. Sie kann Menschen helfen, die sich im Alltag zu nichts mehr aufraffen können und bisweilen müde, ohne Motivation und Eigeninitiative widerstandslos durchs Leben schleichen.Das Hagebuttenmark, reich an Vitamin A, Vitamin-B-Komplex, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin H, Lycopin, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen, Zink, und weiteren Spurenelementen schützt Herz und Körperzellen und dient als exquisiter Schutz für die Haut.Besonders durch die perfekte Zusammenwirkung von Vitamin C, Vitamin E und Lycopin (roter Pflanzenfarbstoff) wird dieser Effekt erreicht, so die Forscher.


Wer jetzt im Winter keine Kapuzinerkresse (Arzneipflanze des Jahres 2013) mehr vorrätig hat, der kann die Hagebutte als Muntermacher und potentes Nahrungsergänzungsmittel nutzen, um die Lebensfreude und -qualität etwas anzukurbeln. Die getrockneten Beeren sind in der Apotheke als Fructus cynosbati erhältlich, die Kerne als Semen cynosbati.Das frische Mark bereitet man am besten selbst zu, vorausgesetzt, man bringt ein bisschen Geduld mit.

Im nächsten Blogbeitrag liefere ich noch ein paar Hagebuttenrezepte nach, versprochen! 


Alles Liebe aus dem verschneiten Vogelsberg, 

Eure Kräuterfrau Hildegard Kita
www.kraeuterkunde-die-ausbildung.de

Donnerstag, 3. Januar 2013

Die Kapuzinerkresse ist Arzneipflanze des Jahres 2013

Die Arzneipflanze des Jahres 2013

Die Große Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus) ist zur Arzneipflanze des Jahres 2013 gewählt worden. Gekürt hat sie der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde der Universität Würzburg, mit Verweis auf die in ihr enthaltenen antibiotisch wirksamen Senföle. Eine verdiente Würdigung, wie ich meine.

Die Große Kapuzinerkresse Heilkraut des Jahres 2013
Die Große Kapuzinerkresse und andere essbare Kräuter aus meinem Garten
Rot, leuchtend, schön, ist sie eine altbewährte Heilpflanze, die mittlerweile seit mehreren Jahren auch in der Delikatess-Kräuterküche ein echter Hingucker ist.

Die Arzneimittelkommission bestätigt ihre Eigenschaften als Bakterien-, Viren- und Mykosenkiller, und in der Volksheilkunde dient sie gleichermaßen als Haarwasser wie bei Infektionen des Urogenitaltrakts.

Ob auf Baumscheiben in Berlin oder als Rankpflanze im Vogelsberg, sie bringt ihre Urkraft ins Spiel und steht für Lebensfreude und Fröhlichkeit. Nur Frost mag sie nicht..

Wenn Sie sich mit den preiswerten Samen bevorraten, können Sie zwar keine herb bombs herstellen – die Samen müssen sorgfältig mit 5 Millimeter Erde bedeckt werden – aber einige Wochen nach der Aussaat ein wahres Feuerwerk veranstalten, für alle Verstandesmenschen, Stubenhocker, Computerfreaks, die wieder lachen und leben lernen mögen

Und hier einige Rezepte aus meiner Kräuterschule:

Blütenbutter:
Unter 250g zimmerwarme Butter etwas klein gehackte Knoblauchsrauke, einen Hauch Salz, sowie je 2 klein geschnittene Kapuzinerkresseblätter und –blüten, sowie 8 Borretschblüten und vier Waldmalveblüten mengen. In Form bringen und kühlen lassen.

Kapuzinerkresse-Essig
In guten Weißweinessig (500 ml) 8 rote Kapuzinerkresseblüten einlegen. In die Sonne stellen, der Essig bekommt eine wunderschöne orangerote Farbe. Alsbald verbrauchen, oder nach 8 Wochen den Essig abseihen, gut verschließen, kühl stellen.

Haarwasser:
10 Kapuzinerkresseblätter klein schneiden in eine kleine Schüssel mit 250 ml Quell- oder Leitungswasser geben, mit Stößel anquetschen oder mit Mixer pürieren, in die Kopfhaut massieren.

Tinktur:
10 Kapuzinerkresseblätter klein schneiden, in ein Schraubglas geben, mit 250 ml 70%igen Alkohol übergießen, sodass sie bedeckt sind, 3 – 5 Tage ziehen lassen, zwischendurch schütteln, dann abseihen und in dunkle Fläschchen füllen.
Tropfenweise mit Wasser verdünnt einnehmen, bei Infektionen des Urogenitaltraktes.

Herzlichst, Eure Kräuterfrau

Hildegard Kita
www.kraeuterkunde-die-ausbildung.de